Die 5 Fehler die Sie beim Steingarten anlegen vermeiden können.

Wenn Sie einen Steingarten anlegen wollen, haben Sie sich im Vorfeld bereits viele Gedanken über die Ausgestaltung und das Material gemacht. Zeitaufwand und Kosten sind in Ihre Planung eingeflossen, so dass Sie kurz vor der praktischen Umsetzung stehen. Um Ihren Erfolg und die Freude über dieses schöne Kleinod nicht zu gefährden, soll an dieser Stelle einmal auf die Fehler eingegangen werden, welche Sie beim Steingarten anlegen vermeiden können.

1. Rund um die Steine

Zum Thema Steine und Garten wurde schon viel geschrieben. An dieser Stelle soll erneut betont werden, dass ein Steinhaufen noch keinen Steingarten darstellt. Wer einen steingarten anlegen möchte, sollte vielmehr darauf achten, dass dieser Teil der Gartenanlage einen guten und harmonischen Platz im Gesamtgefüge findet. Dabei ist eine terrassenartige Ausgestaltung (alternativ eine Mauer) unumgänglich. Zudem ist es nicht ausreichend, die Steine einfach auf die Erde zu legen. Sie dürfen nicht wackeln, sondern müssen im Boden eingelassen und verankert werden. Grundsätzlich werden sie aus Sicherheitsgründen mit der "faulen" Seite nach unten gelegt (dies ist immer die uninteressante, flächige Seite). Wenn Sie einen Steingarten anlegen in mehreren Lagen, muss eine Unterfütterung mit kleineren Steinen oder Erdboden vorgenommen werden. Besonders wichtig für das Auge ist die Verwendung von Steinen gleichen Ursprungs. Vermeiden Sie ein Sammelsurium unterschiedlicher Gesteinsarten!

 

 2. Unerwünschte Gäste

Wenn Sie sich beim Steingarten anlegen keine Gedanken über die Ausbreitung der Wildkräuter und unerwünschten Pflanzen gemacht haben, wird sich dies in Ihrer Anlage sehr bald niederschlagen. Es lohnt sich, den Boden vor der Bepflanzung mit einem Unkrautvlies abzudecken, damit Sie lange Freude an den zarten Steingartenpflanzen haben. Das Vlies sollte wasserdurchlässig sein und sich noch unterhalb der Drainageschicht aus Kies befinden. Trotzdem werden Sie (z.B. durch Samenflug) immer wieder einzelne unerwünschte Pflanzen in Ihrem Steingarten vorfinden. Es empfiehlt sich, diese rechtzeitig vor der Blüte und festen Verwurzelung zu entfernen, denn die langen Triebe der "Migranten" werden sonst hartnäckig für eine weitere Ausbreitung sorgen. Unerwünscht beim Steingarten anlegen sind außerdem Wühlmäuse, die sich gern unter den warmen Steinhaufen aufhalten und dort heimisch werden. Beobachten Sie schon vor der Anlage Ihres Gartens, in welchen Zonen sich bereits Nager aufhalten. Sie lassen sich nur durch ein im Boden eingelassenes Gitter oder einen starken Zaun davon abhalten, Ihren Steingarten auseinander zu nehmen. Haben Sie Ihre Pflanzen erst einmal gesetzt, so ist ein Einschreiten diesbezüglich äußerst schwierig und nur mit großen Verlusten durchsetzbar.

3. Gleiches Recht für alle

Sie werden feststellen, dass die Steingartenpflanzen recht unterschiedlich mit dem vorbereiteten Boden und dem Substrat umgehen, wenn Sie Ihren Steingarten anlegen. Manche sind schwachwüchsig und haben unscheinbare, aber sehr schöne Blüten. Andere sind von Natur aus größer und gröber angelegt. Besonders bei den Polsterstauden muss der Steingärtner darauf achten, dass die kleineren und seltenen Arten genügend Platz für sich behalten. Moose und Polsterpflanzen neigen dazu, sich auszubreiten und andere Pflanzen geradezu zu durchdringen. Dies geschieht im Wurzelbereich bereits ohnehin sehr schnell. Oberhalb des Erdreichs sieht es nicht nur unschön aus, sondern führt auch zu einer gänzlichen Verdrängung der klein bleibenden Arten. Bereits wenn Sie planen, wie Sie Ihren Steingarten anlegen wollen, sollten Sie auch darüber nachdenken, in welcher Gruppierung Pflanzen und Pflanzengruppen angeordnet sein werden. Dabei ist zu beachten, dass die schnell wachsenden, polsterbildenden Pflanzen nicht nebeneinander gesetzt werden und von Anfang an genügend Platz haben, um sich auszubreiten. Wenn diese dann zusätzlich mit Steinen oder einem Ring aus Kies oder Schotter umgeben werden, finden sie natürliche Grenzen. Auch für den Gärtner sind diese Hilfsmittel nützlich, weil immer sichtbar bleibt, wo die eigentliche Grenze gedacht war. Der Steingarten lebt ja nicht davon, dass alles Grüne unüberschaubar wuchert. Vielmehr soll die felsige Anlage ebenfalls zum Gelten kommen.

4. Schlappe Alpinisten

Sie sind eigentlich fertig mit allen Arbeiten, die zum Steingarten anlegen gehören. Sie haben alles geplant, sich über lange Zeit Steine organisiert, diese richtig verlegt, ein Substrat hergestellt, den Boden luftig und durchlässig gestaltet - nun pflanzen sie Ihre kleinen Schützlinge in das Erdreich, in der Hoffnung, dass diese Ihnen das reichhaltig danken: Und dann lassen die Pflänzchen die Köpfe hängen und werden weich und schlapp. Um das zu verstehen, müssen Sie nur an ein Lebewesen denken, das durch ein plötzliches Ereignis aus seiner gewohnten Umgebung gerissen wird und unter Schock steht. Häufig geschieht dies durch einen Unfall. Erste Maßnahme durch die Rettungskräfte ist immer: eine Infusion. Das hilft, den Kreislauf zu stabilisieren und die lebenserhaltenden Funktionen zu aktivieren. Ähnliches geschieht mit einer Pflanze, deren Wurzelballen aus dem gewohnten Bereich entfernt und in einen anderen hineingestopft wird. Genau wie bei einem Schock zentralisiert sich der Kreislauf. Wenn Sie also einen Steingarten anlegen, achten sie beim Einsetzen der Pflanzen unbedingt darauf, dass diese vor der Verbringung in den Erdboden ausgiebig gewässert werden. Am besten geschieht dies, indem der ganze Topfballen so lange in einen Eimer voller Wasser gehängt wird, bis der Ballen sich komplett voll gesogen hat. Auch in den Tagen nach der Verpflanzung müssen Sie für ausreichende Bewässerung sorgen.

5. Braune Blätter auf Ihrem Beet

Wenn Ihnen nun so weit beim Steingarten anlegen alles gelungen ist und auch die Pflanzen gut angewachsen sind, wartet nur noch ein Problem auf Sie: Dünger für die Pflanzen. Häufig wird die Pflanzennahrung mit Wasser gemischt oder in Flüssigkeit aufgelöst, damit die Mineralstoffe und Spurenelemente vom Boden aufgenommen werden können. Vergessen Sie nicht, dass jede Form von Düngung ein künstlicher Eingriff ist und die Düngerstoffe nicht selten aus Chemikalien hergestellt werden. Die Pflanzen sind häufig dankbar für einen Regenguss oder ersatzweise eine Gießkanne, die Abkühlung und Erfrischung über den Pflanzenkörper und das Erdreich verteilt. Beim Ausbringen von Dünger ist es jedoch wichtig, dass dieser nicht direkt mit den Blättern oder Blüten der Pflanze in Berührung kommt. Die konzentrierte Brühe schadet den empfindlichen Trieben. Vielmehr soll die Nährlösung an die Pflanzenbasis gebracht und dort verteilt werden. Dies ist nicht immer ganz einfach, vor allem bei niedrigen Pflanzen oder Polsterstauden. Behelfsweise ist es deshalb nützlich, die Pflanzen nach dem Düngen mit klarem Wasser abzuspülen. So werden die Rückstände weitgehend von den empfindlichen Blättern wieder abgespült.

Nun sollte der erfolgreichen Anlage Ihres Steingarten nichts mehr im Wege stehen!